Von Frankfurt über Dubai nach Bangalore
Abflug
Unsere Reise begann ganz unspektakulär: Wir fuhren mit dem Auto zum Flughafen nach Frankfurt. Und tatsächlich – alles lief erstaunlich glatt. Kein Stau, kein vergessener Reisepass und auch sonst kein Drama. Das sollte man auf Reisen ja niemals als selbstverständlich betrachten.
Um 15:20 Uhr hob unser Flieger Richtung Dubai ab. Der Aufenthalt dort sollte eigentlich dreieinhalb Stunden dauern. Eigentlich.

Indien wir kommen.
Ab ins Abenteuer.
Bei Emirates haben wir uns gut aufgehoben gefühlt.
Einfache Platzreservierung, tolle Essensauswahl und fantastischer Service.
Das Terminal 3 in Frankfurt hat uns jedenfalls schon einmal positiv überrascht: ordentlich, sauber und angenehm entspannt.
In Dubai hatten wir dann etwas Zeit zum Umsteigen. Wir hatten uns den Flughafen allerdings deutlich glamouröser vorgestellt. Irgendwie hatten wir mit mehr „Wow!“ gerechnet – vielleicht ein bisschen Changi Airport oder Doha. Stattdessen war es eher: Flughafen eben. Nach dreieinhalb Stunden waren wir jedenfalls nicht traurig, weiterzufliegen.
Ankunft in Bangalore
Mit einer Stunde Verspätung landeten wir schließlich in Bangalore.
Wir waren für die Einreise bestens vorbereitet:
Visum, Reisepässe, Bordkarten und Arrival Ticket – alles griffbereit.
Fast alles.
Eine Healthcare-Erklärung hatten wir vorher offenbar nicht online ausgefüllt. Also durften wir das Ganze kurzerhand noch am Flughafen erledigen und dafür zusätzlich bezahlen.
Wieder etwas gelernt: In Indien kann es offenbar durchaus noch ein Formular geben, von dem wir bisher nichts wussten.
Schaue gerne auf unsere Extraseite ……….. nach.
Einreise in Indien
Die Einreise selbst war dann ausgesprochen gründlich.
Sehr gründlich. Sehr, sehr gründlich.
Obwohl gerade einmal vier oder fünf Personen vor uns standen, dauerte die Passkontrolle ungefähr 45 Minuten. Hier wird wirklich alles genau überprüft. Der Pass wird kontrolliert, die Unterlagen werden kontrolliert – und wenn irgendetwas nicht passt, kann es durchaus passieren, dass man erst einmal aus der Schlange herausgezogen wird.
Wir waren ja zum Glück vorbereitet.
Wo sind unsere Koffer? Nach der Einreise ging es zur Gepäckausgabe.
Und während wir noch hoffnungsvoll auf das Gepäckband starrten, waren unsere Koffer offenbar schon weitergezogen. Das Band hatte seinen Dienst inzwischen beendet und unsere Koffer waren kurzerhand zur Seite gestellt worden. Sylvia machte sich also auf die Suche nach unserem Gepäck und konnte unsere beiden Koffer schließlich erfolgreich retten.
Unser Fahrer und der indische Verkehr
Draußen wartete dann unser Fahrer. Oder besser gesagt: draußen warteten gefühlt hundert Fahrer.
Überall Menschen, Schilder und Namen – teilweise sogar mehrreihig.
Ein kleines Suchspiel nach dem Motto: „Finde deinen Fahrer.“
Wir fanden Chibu!
Chibu hat uns sicher durch den indischen Straßenverkehr transportiert. Wir fühlten uns zu jeder Zeit gut aufgehoben. Unser Reisebüro Vielfalt Asien hat wohl die Besten Fahrer für sich reserviert 🙂

Und dann begann die nächste Etappe. Drei Stunden Autofahrt durch Bangalore und Umgebung.
Was wir dabei zu sehen bekamen, war ein ziemlich spektakulärer Mix aus dichtem Verkehr, jeder Menge Menschen, Motorrädern, Autos und – natürlich – Starkregen.



Indischer Straßenverkehr ist ohnehin eine eigene Kategorie. Aber kombiniert mit Regen und einer dreistündigen Fahrt wurde daraus direkt ein kleines Abenteuer.
Paläste, Tempel und ein Königspaar
Unser erster Zwischenstopp führte uns nach Mysore, heute Mysuru genannt., zu den Palästen und Tempeln. Unser Guide hieß – nun ja – irgendwie Ruben. Oder vielleicht auch nicht. Wir waren uns am Ende nicht mehr ganz sicher. Aber er wusste jedenfalls, wo es langging.
Wir besichtigten zwei beeindruckende Anlagen. Eine davon war früher die Sommerresidenz des Herrschers Tipu Sultan, die andere der Königspalast in Mysore.
Der Palast wird tatsächlich noch bewohnt. Wir hatten sogar das Glück, den König und die Königin auf den Stufen zu sehen – zusammen mit der Königin, die gerade Besuch aus Deutschland und der Schweiz bekommen hatte.
Der Amba-Vilas-Palast liegt mitten im Bundesstaat Karnataka. Einst diente er den Maharadschas des ehemaligen Fürstenstaates Mysore als prachtvolle Residenz. Bis heute lebt ein Teil ihrer Nachkommen in den historischen Gemäuern. Mit seiner beeindruckenden Architektur und seiner königlichen Geschichte gehört der Palast zu den bekanntesten und schönsten Palastanlagen Indiens.

Yaduveer Krishnadatta Chamaraja Wadiyar

Ehefrau Trishikha Kumari Dev
Ob wir tatsächlich zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren oder ob wir einfach inzwischen so aussehen, als gehörten wir zum internationalen Hofstaat, lassen wir einmal offen.
Wow – dann kamen die Elefanten
Als wäre das alles noch nicht genug gewesen, bekamen wir auch noch eine Elefantenparade zu sehen. Viele Elefanten marschierten zu einer festen Zeit vorbei – fast ein bisschen wie der Wachwechsel in London.
Nur eben mit Elefanten.







Das ist vermutlich einer dieser Momente, bei denen man sich kurz fragt, ob man gerade wirklich dort steht oder schon völlig übermüdet vom Flug träumt.
Unser erstes Hotel
Das Green Hotel
Nach diesem langen Tag kamen wir schließlich in unserem Hotel in Mysore an.
Und was sollen wir sagen? Wir waren begeistert.

Das Green Hotel sieht aus wie ein kleines koloniales Schlösschen. Dazu ein wunderschöner, riesiger Garten, ein tolles Zimmer und eine Atmosphäre, bei der man sofort das Gefühl bekommt, in eine andere Zeit versetzt worden zu sein.
Das Beste:
Es scheint, als wären wir fast
alleine hier.
Ob das nun daran liegt, dass gerade keine Saison ist oder daran, dass alle anderen bereits wissen, was wir noch herausfinden müssen, werden wir vermutlich noch erfahren. Jetzt sitzen wir hier, essen etwas und lassen den ersten Tag langsam ausklingen.
Denn eines steht fest: Der Tag war lang. Sehr lang.
Aber er war auch voller neuer Eindrücke, überraschender Momente und genau der kleinen Pannen, aus denen später die besten Reisegeschichten entstehen.
Und das Abenteuer hat gerade erst begonnen.
Kerstin & Sylvia